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3. Mai 2022
Lesedauer:   Minuten
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Selbstfürsorge: Waldbaden – Grün tut gut

Die Badesaison ist eröffnet. Ab sofort. Mist, denkst du dir, wo ist nur die ganze Zeit hin? Wie war das noch mit Fitnessstudio, Bikinifigur und so? Brauchst du nicht. Nicht nur, weil du schön bist, so wie du bist. Nein, ganz einfach, weil wir dich zum Baden in den Wald schicken. Zum Waldbaden. Denn: Grün tut gut. So gut, dass das Waldbaden in Japan längst schulmedizinisch anerkannt ist. Dort bekommt man Shinrin-Yoku, das „Eintauchen in die Waldatmosphäre“, sogar auf Rezept. Wie cool ist das bitte?

Waldbaden auf Rezept gibt es bei uns (noch) nicht, aber dafür gehört Deutschland zu den waldreichsten Ländern Mitteleuropas. Genug Platz also, um unser Waldbaderezept auszuprobieren. Am besten so oft wie möglich, denn beim Waldbaden gilt tatsächlich: je öfter, desto besser.

Die Seele von Baum zu Baum baumeln lassen

Du ahnst es schon, Waldbaden ist Baden im Wald, nur ohne Wasser. Es geht um das pure Sein, um Bewusstsein, um Achtsamkeit. Wenn du jetzt kurzerhand deine Jogging-Runde vom Park in den Wald verlegst, ist das zwar auch toll, hat mit Waldbaden aber nichts zu tun. Die Zutaten für unser Waldbaderezept sind: Du, der Wald, jede Menge Entschleunigung, Entspannung und Zeit nach Lust und Laune. Ganz wichtig: Kopf abschalten, Handy ausschalten. Im Hier und Jetzt sein. Einatmen….. und ausatmen…. Seelenbaumeln eben.

Waldkonzert für alle Sinne

Such dir deinen Lieblings-Logenplatz. Lehn dich entspannt an den Stamm einer Eiche. Oder Buche. Oder Pappel. Genieß die magische Atmosphäre. Das Licht, wie es durch die Blätter fällt. Das weiche Moos unter den nackten Füßen. Vor dir Fifty Shades of Green: Olivgrün, Paradiesgrün, Opalgrün, Smaragdgrün, Lindgrün, Tannengrün, Moosgrün, Silbergrün. Ok, wir ersparen dir 42 weitere Grüntöne. Schließ die Augen und lausche der Waldmusik. Pianissimo das Blätterrauschen. Ein Windhauch führt zum Crescendo. Eine Meise erhebt ihre Stimme, federleicht. Dann eine kurze Pause, Windstille. Sonnenstrahlen auf der Haut. Einatmen. Ausatmen. Die Luft riecht würzig. Plötzlich der Paukenschlag: lautes Hummelbrummen erweckt deine Aufmerksamkeit. Wie schafft sie es nur zu fliegen, fragst du dich. Und merkst jetzt vielleicht, dass du selbst Hummeln im Hintern hast? Langes Stillsitzen ist nicht jedermanns Sache. Wir können dich beruhigen: Du musst kein Zen-Meister sein, um die heilsame Kraft des Waldbadens für dich nutzen zu können. Auch gemütlich schlendern, über Baumstämme balancieren oder barfuß durch einen Bachlauf waten ist ganz im Sinne des Waldbadens.

Waldrian statt Baldrian: die natürliche Heilkraft des Waldes

Ähnlich wie Baldrian kann auch ein Waldbad bei leichten nervösen Verstimmungen oder Schlafstörungen helfen. Der gesundheitsfördernde Effekt ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Rezept hin oder her. Waldmediziner wie Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio konnten den positiven Effekt des Waldbadens auf die Gesundheit durch zahlreiche Studien nachweisen.

Positive Effekte, die durch Waldbaden erreicht werden können:

  • Reduktion des Stresshormons Cortisol
  • Senkung des Blutdrucks
  • Senkung des Blutzuckerspiegels. Forschungen zeigen, dass Diabetiker besonders vom Waldbaden profitieren.
  • Entspannung der Muskeln
  • Positiver Effekt auf die Atemwege durch hohe Luftfeuchtigkeit und „Aromatherapie“
  • Steigerung der Aktivität und Anzahl von natürlichen Killerzellen im Blut (die natürlichen Killerzellen können infizierte Zellen erkennen und abtöten)
  • Bildung von Anti-Krebs-Proteinen
  • Insgesamt Stärkung des Immunsystems
  • Psychologisch: weniger Nervosität, stimmungserhellend und antidepressiv

Spaziergang ist nicht gleich Spaziergang

Doch was, wenn das alles nur mit der körperlichen Bewegung an der frischen Luft zusammenhängt – und am Ende gar nicht mit dem Wald? Qing Li hat gemeinsam mit anderen Forschern der Waldmedizin in einer Studie herausgefunden, dass ein Spaziergang in der Stadt nicht die gleiche gesundheitsfördernde Wirkung hat. Neben der beruhigenden Wirkung des Grüns, des gedämpften Lärmpegels und des Sonnenlichts spielen beim Waldbaden die Botenstoffe der Bäume eine entscheidende Rolle.

 

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Waldaromen: die Kraft der Terpene

Pflanzen setzen Abwehrstoffe frei, um sich vor Viren, Pilzen und Bakterien zu schützen. Beim Aufenthalt im Wald atmen wir die von den Bäumen produzierten Botenstoffe, die Terpene, ein. Waldbaden wirkt also wie eine natürliche Aromatherapie. Diese Botenstoffe regen im menschlichen Körper die Produktion von natürlichen Killerzellen an. Faszinierend, oder? Die Terpene werden nicht nur über die Atmung, sondern auch über die Haut aufgenommen. Wir bleiben dabei: einen Badeanzug brauchst du nicht fürs Waldbaden, aber kurze Kleidung macht durchaus Sinn. Und wenn du jetzt meinst, im Winter kriegen dich keine zehn Pferde in den Wald: Terpene gibt es auch im Winter! Nur die Konzentration ist im Sommer höher.

Vor lauter Häusern kein Wald

Und was macht nun ein Stadtmensch, der keinen Wald vor der Tür hat? Der denkt sich: Grün tut gut. Auch zuhause. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Sie steht für Ruhe, Natürlichkeit, Harmonie, Ausgeglichenheit und Wachstum. Wir bauen uns zum Ausgleich eine grüne Oase auf dem Balkon. Denn auch Urban Gardening erdet und entspannt. Und in den Wald geht´s dann am Wochenende. Vielleicht auch mit Bikini an den Waldsee. Hauptsache Wald. Und Baden. Und viel Grün.

 

Du möchtest noch mehr über das Waldbaden erfahren? In diesen lesenswerten Quellen haben wir unter anderem recherchiert:

Artikel „Es liegt was in der Luft“ aus der Frankfurter Rundschau vom 18.10.2021

Artikel „Waldbaden – Erlebnis für Körper und Seele“ im Kompass Magazin

 
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