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7. April 2022
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Bunte Ostern in aller Welt

Endlich. Langsam verzieht sich der Winter, die Bäume zeigen ihr erstes zartes Grün, und die Kirschen stehen in voller Blüte. Alle Zeichen stehen auf Neuanfang, Erneuerung, Ostern! Für die meisten von uns ist Ostern das Fest, an dem wir das Leben feiern. Vor allem in den heutigen Tagen möchten wir uns mehr denn je an die ursprüngliche Friedensbotschaft dieses Fests erinnern: den Hass überwinden, Leben und Frieden bejahen. Diese Hoffnung auf Frieden und Neubeginn kennt keine Grenzen und wird überall gefeiert. Hast du Lust, dieses Jahr mal etwas Neues an Ostern auszuprobieren? Nur zu, hier ein paar Inspirationen:

Ostermontag? Nasser Montag!

Jedes Pflänzchen muss gegossen werden, damit es gedeihen kann, dachten sich wohl die Herren der Schöpfung, beispielsweise in Polen und Tschechien. Und da an Ostern ja bekanntlich dem Leben gehuldigt wird, lag es nahe, die jungen Frauen am Ostermontag mit Wasser (feinere Herrschaften griffen auch auf Parfum oder Rosenwasser zurück) zu besprengen, auf dass sie für lange Zeit gesund, schön und fruchtbar blieben. Schon damals ging man (und frau) dabei nicht gerade zimperlich vor – heute artet dieser Brauch in manchen Gegenden in wahre Wasserschlachten aus. An einem unerwartet heißen Frühlingstag eine Überlegung wert…

Frau macht Mann nass
Wer macht hier wen nass? Frisch wehrt sich, was begossen werden sollte!

Unsichtbar und stumm – für die Liebe

Auch in Schweden spielt Wasser bei einem Osterbrauch eine Rolle – wenngleich eine viel romantischere. In der Nacht zum Ostersonntag schleichen sich verliebte Frauen zu einer Quelle und decken sich dort mit Osterwasser ein. Dann machen sie sich auf den Weg zu ihrem schlafenden Auserwählten, um ihn mit eben jenem Osterwasser zu übergießen. Allerdings dürfen sie dabei weder von einem anderen Mann gesehen werden noch einen Mucks von sich geben. Wenn das gelingt, ist eine rosige Liebeszukunft gewiss.

Lass deinen Drachen steigen!

Du hast deine Liebste oder deinen Liebsten schon gefunden und eine Familie gegründet? Dann könnte dich dieser schöne Osterbrauch von den Bermudainseln interessieren: Am Karfreitag ist es bis 15 Uhr totenstill auf den Straßen. Doch dann pilgern die Einheimischen zu den Stränden, um dort farbenprächtige sechs- und mehreckige Drachen steigen zu lassen. Ein großer Spaß mit spiritueller Bedeutung – der Drache symbolisiert die unsterbliche Seele, die in den Himmel emporsteigt.

Drachen steigen lassen – geht zum Glück nicht nur im Nordatlantik

Purzelbäume im Morgenrot

In vielen Ländern ist die Nacht zum Ostersonntag besonders lang, denn die Ostermesse findet erst um Mitternacht statt. In Wales dagegen ist diese Nacht besonders kurz: Auch wenn der Brauch, den ganzen Karfreitag barfuß zu gehen, nur noch von wenigen ausgeübt wird, stehen umso mehr Waliser zu nachtschlafender Zeit auf, um in feierlichen Prozessionen einen Hügel oder Berg zu erklimmen. Dort wird dann andächtig auf die aufgehende Sonne – das Symbol der Wiedergeburt Christi – gewartet. Sobald sich die Sonne zeigt, ist es mit der feierlichen Stimmung vorbei: Aus lauter Freude schlagen die Waliser*innen dann nämlich drei Purzelbäume.

Nie wieder Fisch!

Vielleicht hast du dich ja auch dem Trend angeschlossen, die 40-tägige Fastenzeit zu nutzen, um zu entschlacken und den Wintermuff loszuwerden, und freust dich jetzt auf ein richtig opulentes Ostermahl? Dann wirst du diesen Osterbrauch aus Irland bestimmt verstehen. In der Fastenzeit sind ja eigentlich alle tierischen Nahrungsmittel verboten: Fleisch, Wurst, Milch, Käse – außerdem Alkohol und Zucker. Fisch gehört allerdings nicht dazu. Was isst also der gläubige Ire mit seiner Frau knapp sechs Wochen lang? Fisch! Genauer gesagt: Hering. Den gibt es auf der grünen Insel nämlich in Hülle und Fülle. Doch so lecker Hering auch sein mag, nach so langer Zeit kann man ihn einfach nicht mehr sehen… Also wird in bestimmten Regionen ein armer Hering durch den Ort getragen, aufs Übelste beschimpft und dann beerdigt. Und dann: Auf zum Osteressen!

Scherben bringen Glück

Im griechisch-orthodoxen Griechenland ist vieles anders. Nicht nur, dass Ostern dort nicht zur selben Zeit gefeiert wird wie bei uns (man richtet sich in Griechenland nach dem julianischen und nicht nach dem gregorianischen Kalender) – es gibt auch keine farbigen Ostereier, sondern nur rote, und es gibt ein Feuerwerk (dafür wird zum Jahreswechsel nicht geböllert). Außerdem wird auf den ionischen Inseln am Samstag vor Ostern bei einer Parade mit lauter Blasmusik nach Herzenslust Tongeschirr auf den Straßen zerdeppert. Die Scherben symbolisieren einerseits Glück, andererseits soll Altes seinen Weg gehen und Platz für Neues machen. Radikaler kann ein Frühlingsputz kaum sein.

Lach dich frei!

Ein großartiger Brauch, der in einigen Regionen von Deutschland (vor allem in Bayern) fast 600 Jahre lang praktiziert wurde, ist heute leider fast in Vergessenheit geraten: das Osterlachen. Bei der Ostermesse gab der Pfarrer eine lustige – nicht selten saftige! – Geschichte zum Besten, mit dem Ziel, die Gemeinde zum Lachen und so die Freude der Menschen über die Wiederauferstehung Jesu zum Ausdruck zu bringen. Glücklicherweise haben sich heute einige Pfarrer dieser schönen Tradition erinnert und wieder in ihre Osterpredigten eingeführt. Wir wissen doch alle: Nichts wirkt so befreiend und reinigend wie ein richtig herzhaftes Lachen.

So unterschiedlich Ostern auch gefeiert werden mag – die Botschaft ist immer dieselbe: Hass und Hoffnungslosigkeit können überwunden werden. Was zählt, sind die Liebe und das Leben. Feiern wir also ein Fest, so bunt wie das Leben selbst!

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