Gerade zurück vom Wocheneinkauf. Wild purzeln Äpfel, Zitronen und Bananen durcheinander. Also schnell alle Früchtchen einfangen und ab mit ihnen in die Obstschale? Nicht mit allen. Denn die Äpfel können dafür sorgen, dass der nächste Wocheneinkauf nicht erst in sieben Tagen fällig wird: Sie verströmen Ethylen, ein Gas, das andere Früchte reifen lässt. Die Bananen im Kühlschrank in Sicherheit bringen? Lieber nicht, sie frösteln ohnehin im deutschen Klima.
Klingt kompliziert? Nur ein bisschen. Wer ein paar Grundsätze zur Aufbewahrung von Lebensmitteln kennt, kann diese deutlich länger frisch und genießbar halten. Das vermeidet nicht nur ein paar Gänge zum Supermarkt, sondern ist auch deutlich nachhaltiger – denn jedes Jahr werden in Deutschland viele Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, der Großteil davon von privaten Haushalten.
Gute Nachbarschaft in der Obstschale
Also kurz noch mal alle Früchtchen zusammengeholt. Wer liegt am besten wo? Die Banane ist optimal untergebracht, wenn sie in einer dunklen, nicht allzu warmen Speisekammer an einem Haken hängt. Der Apfel kommt ebenso wie die Birne mit Raumtemperatur gut zurecht, aber auch mit kühleren Temperaturen – und hält am längsten im Kühlschrank. Was ist mit den anderen? Trauben mögen Zimmertemperatur, auch Orangen haben nichts für allzu große Kälte übrig. Und da der Frühling vor der Tür steht: Erdbeeren sind sehr empfindlich und bleiben im Kühlschrank länger frisch, verlieren dort aber leider an Aroma. Das gilt auch für Himbeeren oder Brombeeren.
Individualisten im Gemüsefach
Auch die Gemüsewelt ist voller Individualisten. So schön das Grün an Radieschen oder Karotten aussieht, ihre Haltbarkeit verlängert es nicht – im Gegenteil. Dadurch wird ihnen Wasser entzogen und sie welken schneller. Wer sie noch länger frisch halten will, steckt Radieschen und Karotten zusätzlich in eine Aufbewahrungsbox und legt sie ins Gemüsefach des Kühlschranks.
Tomaten hingegen sind Frostbeulen und sollten außerhalb des Kühlschranks untergebracht werden. Das gilt auch für Zucchini oder Auberginen. Die Kartoffel mag es kühl und dunkel, daher ist sie am besten im Keller aufgehoben – wie auch Zwiebeln. Erbsen und Bohnen halten sich deutlich länger, wenn sie blanchiert werden. Pilze sind streng genommen kein Gemüse und außerdem ziemliche Mimosen. Sie sollten schnell verbraucht werden und bis dahin nicht in einer Plastikverpackung lagern, weil sie schnell schimmeln. Du legst sie außerdem besser nicht in der Nähe eines Camemberts, da sie leicht Gerüche annehmen. Und: Frische Kräuter halten am besten, wenn man sie in einer Plastikbox ins Kühle packt. Auch ein Wickel mit einem feuchten Tuch hilft ihnen beim Durchhalten.